Spiritualität und Schamanismus Nordeuropäischer Völker

Räuchern & Räucherwerk

Für richtiges Räuchern sind folgende Utensilien wichtig:
Ihr braucht dazu eine feuerfeste Schale, entweder aus Ton oder Metall wie Kupfer, Messing, Eisen und Bronze. Dann benötigt ihr noch etwas Sand. Einige Räuchergefäße sind so konzipiert, dass kein Sand benötigt wird, meist sind es diejenigen, die mit einem Gitteraufsatz ausgerüstet sind. Bei allen anderen empfehlen wir jedoch Sand einzufüllen. Zusätzlich wird noch sog. Räucherkohle benötigt, diese wird auch Rauchfasskohle, Shishakohle oder auf Englisch charcoal genannt. Hierbei handelt es sich um selbstentzündliche Kohle, die mit Magnesium präpariert wurde um sich schneller zu entzünden. Diese Kohle wird nun mit einem Feuerzeug, Streichholz oder wie auch immer angezündet, dann entzündet sich das Magnesium und transportiert die Hitze durch die Kohle. Die Kohle sprüht kleine Funken, wie bei einer Wunderkerze, wenn dieser Vorgang beendet ist, d.h. kein Funkensprühen mehr stattfindet, kann das Kohlestück in die Räucherschale auf den Sand gelegt werden und bereits ein wenig Weihrauch, Myrrhe oder was geräuchert werden soll auf die Kohle gelegt werden.

In anderen Ländern wird die Kohle gleich in die Schale gelegt und dort entzündet, auch das funktioniert. Ebenso gibt es Räucherschalen für die man keinen Sand benötigt. In den arabischen Ländern werden die Tongefäße mit haushaltsüblicher Aluminiumfolie ausgekleidet oder es gibt bereits Gefäße die einen entsprechenden Einsatz haben.

Es ist wichtig, nicht zu viel Räucherwerk aufzutragen, sonst entwickelt sich zu viel Rauch. In der freien Natur, kann selbstverständlich etwas mehr aufgelegt werden, in geschlossenen Räumen allerding ist weniger mehr.

Manchen Menschen wird durch das Räuchern übel, oder es wird ihnen schwindelig. Dies passiert, wenn nicht ausreichend Sauerstoff dem Raum zugeführt wird, da der Rauch seiner Umgebung Sauerstoff entzieht. Es ist also unbedingt auf ausreichender Lüftung der Räumlichkeiten zu achten, da sonst der Spaß schnell vergehen kann.

Die im Harz, den Hölzern oder Kräutern und Blüten befindlichen, wertvollen ätherischen Öle, sind im Rauch gelöst. Dieser Rauch besteht aus Wassersdampf und selbstverständlich den ätherischen Ölen. Nimmt der Geruch der Räucherung langsam aber sicher einen Geruch nach verbranntem an, sollte man die Rückstände auf der Kohle entfernen und eine neue Portion Räucherwerk auftragen.

Schamanisches Räuchern...
Der Begriff ist etwas irreführend, da es „das“ schamanische Räuchern nicht gibt. Schamanen räuchern unter Umständen tatsächlich etwas anders, so kommt beim Verglühen von Salbei, Wacholder, Beifuß und anderen Substanzen weniger die Räucherkohle zum Einsatz als dass das Räucherwerk in einer Schale direkt entzündet wird oder gar sog. Bundles zum Einsatz kommen.

Warum wird geräuchert?

Meist wird geräuchert um den Raum, die Kleidung etc. zu parfümieren. Auch für meditative Zwecke, Weihe und Segnung, Desinfektion, Schutz. Im ethnologischen Sinne wird hauptsächlich geräuchert um böse Geister, Krankheitsdämonen zu vertreiben, bei Heilzeremonien, um Schädlinge (Insekten) zu vertreiben und im überwiegenden Teil, um mit dem Göttlichen (oder den Göttern) in Kontakt zu treten, ihnen zu opfern und zu huldigen. Im Grunde ist es gleich ob man hierfür Copal aus Mexiko oder Weihrauch aus Arabien benutzt. Angeblich soll der Rauch des Weihrauchs (Boswellia, Olibanum) auch Reichtum anziehen.

Der Rauch ist das einzige, was sich vor unseren Augen auflöst...
(Angaangaq; grönländischer Schamane).

Ja, mit dem Rauch dürfen u.a. auch negative Dinge aus unserem Leben verabschiedet werden.

Kleine Reinigungszeremonie:

Wenn Du dich selbst von allen negativen Dingen der Woche reinigen möchtest, zünde etwas Salbei an, am besten ein Salbeibündel oder auch Weihrauch auf Räucherkohle wirkt reinigend und klärend auf den Geist und die Aura. Beräuchere deinen Körper, wasche Dein Gesicht, die Ohren, die Augen, den Mund mit heiligem Rauch... reinige dein Sternenchakra, dein Stirnchakra, lass den Rauch über Deinen Kopf gleiten, fächle den Rauch zum Herzchakra und lass Dich von deiner Intuition leiten was Du dazu sprechen magst... so reinigt man sich von Stress, fremden Energien, allem Negativen... Dieses kleine Ritual kann, wenn man möchte auch täglich ausüben, zumindest aber für das Wochenende um den Ballast, den Stress der wöchentlichen Arbeit ab zu werfen...
Wer zweifelt, sollte es einmal ausprobieren...

Wenn hier von sog. Chakras die Rede ist, dann nur, weil sich dieser Begriff in unserem Sprachgebrauch eingebürgerd hat. Normalerweise würde ich von Energiebahnen sprechen, da der Körper mehrere Energiebahnen hat als die 7 Chakren nach indischer Lehre.

Schamanische Räuchermittel:

White Sage & heimischer Salbei
Beifuß & Dakota Sage
Wacholder
Fichtenharz
Weihrauch - Olibanum
Myrrhe
Sweetgrass
Copal

Bild: AM 738 4to

Was der Ausdruck Forn-Leið bedeutet, könnt ihr hier lesen.